Künstlerische Leitung des Kunst- und Stadtentwicklungsprojekts »Hauptstadt der Folgenlosigkeit«

#folgenlosigkeit Von Mai 2022 bis April 2023 wird in Heilbronn ein urbanes Spektakel stattfinden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wir vor dem Hintergrund von drängenden Herausforderungen wie dem Klimawandel und der globalen Ungleichheit in Zukunft leben wollen: Wie sieht ein Leben aus, das keine negativen Folgen für andere Menschen, Lebewesen und Materie hat? Unter der Schirmherrschaft von Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel organisiert der »Bund der Folgenlosen« eine Reihe von Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Feste, Performances und Vorträge, die sich alle um das Nichtstun und Vermeiden drehen – denn der Bund glaubt, dass man nur wirklich nachhaltig lebt, wenn das Folgen des eigenen Handelns vermeidet. Deshalb haben sie auch ein »Stipendium für Nichtstun« ausgelobt. 5.000 Euro sollen drei Bürger:innen von Heilbronn erhalten, um etwas nicht zu tun. Die Gewinner:innen werden in einem basisdemokratischen Prozess von allen Teilnehmenden in einer Art Game Show ermittelt. Einzige Teilnahmebedingung: Alle, die mitmachen, müssen am Ende auch für drei Monate dem Vorbild der Gewinner:in folgen. Ein:e Stadtschreiber:in und ein Filmteam dokumentieren die geplanten Aktivitäten und die sich daraus entwickelnden Dynamiken.

Projektpartner sind u. a. das Württembergische Kammerorchester, der Kunstverein Heilbronn, die Hochschule Heilbronn, das Arthaus Kino, die Coding School 42 und die Volkshochschule Heilbronn. Ein experimentelles künstlerisch-diskursives Projekt, das sich in unterschiedlichen Disziplinen mit den Widersprüchlichkeiten unserer Gesellschaft auseinandersetzt: Viel über Klimawandel, Umweltschutz und Nachhaltigkeit etc. reden – aber gleichzeitig verbrauchen, verschwenden, vergeuden, als wäre morgen der letzte Tag.

Aktuelle Ausschreibung: STIPENDIUM ALS STADTSCHREIBER:IN

Gesucht wird nun ein:e Schriftsteller:in, der/die als Heilbronner Stadtschreiber:in, das Projekt von Mai 2022 bis April 2023 vor Ort beobachtend begleiten wird. Dazu wird ein Aufenthaltsstipendium in Höhe von 1.500 Euro im Monat vom »Bund der Folgenlosen e.V.« vergeben und eine Wohnung gestellt. Eine regelmäßige Anwesenheit wird erwartet. Mit dem Stipendium sollen Schriftsteller:innen gefördert werden, die neue künstlerische und mediale Formen gesellschaftskritischer Literatur erproben.

Informationen zur Ausschreibung und Bewerbung finden Sie unter www.bund-der-folgenlosen.de


»cloud*s*cape« von Tobias Frühauf (Regie: Philipp Wolpert) am Münchner Volkstheater 

 ©Arno Declair

#trapoper  Ein Hybrid aus Schauspiel und Trap-Konzert, das die Frage stellt, wie weit Widerstand gehen darf. Die Rapperin Antifuchs performt mit dem Ensemble des Münchner Volkstheaters auf der Bühne. Schmelzende Polkappen sind für Zukunftsminister Kassler eine willkommene Katastrophe, um der hiesigen Wasserknappheit Herr zu werden. In der einst boomenden Wüstenmetropole glänzen heute nur noch die Skyscraper der Elite, während sich der Rest mit den klimatischen Widrigkeiten herumschlagen muss. Unswelt! heißt eine Gruppe von Klimaaktivist*innen, angeführt von Susan, die damit zu kämpfen hat, die Energie ihrer Gründungsphase in nachhaltige Verbesserungen für die Zukunft umzuwandeln. Als die junge Charlie zur Bewegung stößt, kann es ihr deshalb gar nicht schnell genug gehen. In dem Rapper Apparel-Karl-47, der seine Follower in Stellung bringt, findet sie unverhofft einen Gleichgesinnten. Doch dessen Radikalität verfolgt eine eigene Agenda.                                                                     

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»RAVE« am Schauspiel Stuttgart


#rave »RAVE« als Gastspiel am Schauspiel Stuttgart.
Cut-Up. Zerschneiden und Zusammensetzen. Puzzle-Spiel und Fragmente. Eine Symbiose aus Spoken Words und elektronischer Musik in einem Theaterkonzert der besonderen Art und Weise. Der Rave als zukunftsträchtige Staatsform? Der Rave als archaisches Momentum? Der Rave als ein Stück Evolutionsgeschichte? Das Leben ist ein DJ-Set. 
Die Produktion »RAVE«, die im Rahmen des zweiten Theater Sommers in Heilbronn Premiere gefeiert hat, war am Schauspiel Stuttgart zu sehen.


Tacheles und Tarantismus erhält Auszeichnung der Bundesregierung für Kultur- und Kreativwirtschaft 2020

 

#kreativpiloten  Auch und gerade in diesen herausfordernden Zeiten würdigt die Bundesregierung inzwischen zum elften Mal die 32 »kreativsten Köpfe des Jahres«, die innovativsten Ideen und Unternehmer*innenpersönlichkeiten als Kultur- und Kreativpiloten Deutschland 2020. Bereits die Startphase lieferte ein Rekordergebnis: Um die einzige Auszeichnung der Bundesregierung für Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft bewarben sich 1.170 Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet. Wir freuen uns, dass wir im Jahr 2020 zu den Titelträger*innen gehören.

»Theater muss sich den großen Zukunftsfragen stellen, breite Zugänge schaffen und verschiedene Zielgruppen erreichen – nicht nur jene, die ohnehin schon das Theater besuchen.« Diesen hohen Anspruch haben sich Philipp Wolpert und Tobias Frühauf gesteckt. Dafür suchen sie überall nach Bühnen, spannenden Künstler*innen und Formen, um Diskurse von abgeschlossenen Proberäumen in die Gesellschaft zu tragen – und lassen in ihren Aufführungen Einflüsse aus der Popkultur offen zu. Ein Projekt, das nicht nur für ausverkaufte Tickets sorgt, sondern eine ganz eigene Besucher*innengruppe prägen kann – und damit seine Wirkungskraft voll entfaltet.