Surreale Realität - Ein Klubstück

von Tobias Frühauf


»Die Freude an einer Magnolienblüte währt nur kurz, ein Wimpernschlag im Antlitz der Ewigkeit«
Du bist im Klub, kannst tanzen, kannst tun und lassen was du willst. Ein Ort des Hedonismus und der Melancholie. Ein normaler Jugendlicher ist dort, Kasper heißt er. Dieser weiß, wer er ist, was er will, wo er steht – weiß er es wirklich? Kasper wird von Gott auf die Probe gestellt. Den alten Niemand, an den niemand glaubt. - Irgendwann werden alle Menschen auf die Probe gestellt. Die Unruhe und innere Leere treibt Kasper vor die Tür seines alten Freundes Silas, den Weltenmittler, Heimdal, der kosmische Substanzen im Bauchbeutel trägt. Beide konsumieren Drogen und stürzen sich ins Nachtleben.
Stroboskope blitzen auf, kreieren Träume, ein Kabinett der Illusionen, in dem sich der Protagonist verliert. 
Die Grenze zwischen Realität und Illusion ist fließend. Was ist Spiel? Ist alles nur Traum? Kasper verliert Silas unter den Tanzwütigen und driftet in einen Ort der Fäulnis, Gottes letztes Domizil, die Lethe. Gott ist krank, gleich einem Parasiten, einem Mikropilz, ist er von der Muttersubstanz befallen: der menschliche Größenwahn, die kollektive, nihilistische Vernichtungstat, der Commercial Highway im Kopf eines jeden Einzelnen, der ohne Rücksicht unseren Planeten zugrunde richtet. Die Muttersubstanz verschlingt den alten Niemand und Kasper. Kasper erkennt das Antlitz des Menschen. Er erkennt die Obszönität und entschließt sich diesem Weg zu folgen. Es bleibt ein Prinzip am Ende. Der Nihilismus. Kasper mordet, vergewaltigt und richtet sich selbst zu Grunde. Starke Bilder. Schauspiel. Musik. Tanz. Video. Performance. Ein Sammelsurium aus obskuren und schrägen Gestalten. Ein Grenzgang zwischen Metaphysik, Trash, Techno und Gesellschaftskritik. Eine phantastische Erzählung im realen Raum.

Regie: Philipp Wolpert
Dramaturgie:
Tobias Frühauf
Musik: Jonny Be
Video: Jan Schneider
Technik: Samuel Busch
Bühnenbild: Samuel Busch, David Braschler
Kostüme und Maske: Selina Lorenz
Regieassistenz: Magdalena Kolar

Mit Lara Haucke, David Braschler, Raik Singer, Fabian Egli, Alexander Ilic, Judith Kieninger, Anne Penkert, Chiara Rilling, Selina Lorenz, Laura Vanessa Galeano

Hinweis: Warnung für Epileptiker
Bitte beachten Sie, dass während der Veranstaltung Stroboskope und visuelle Reize eingesetzt werden.

Tickets unter

https://club-zollamt.de/tickets/Surreale-Realitt-Theater-156.html

Spieltermine

Veranstaltungsort: Ehemaliger Klub Zollamt, Kulturinsel Stuttgart, Güterstraße 4 70372 Stuttgart

Freitag, den 31.08.2018 (Uraufführung) // Beginn: 20:00 Uhr // Einlass: 19:00 Uhr
Samstag, den 01.09.2018 // Beginn: 20:00 Uhr // Einlass: 19:00 Uhr
Donnerstag, den 06.09.2018 // Beginn: 20:00 Uhr // Einlass: 19:00 Uhr
Freitag, den 07.09.2018 // Beginn: 20:00 Uhr // Einlass: 19:00 Uhr
Samstag, den 08.09.2018 // Beginn: 20:00 Uhr // Einlass: 19:00 Uhr
Donnerstag, den 13.09.2018 // Beginn: 20:00 Uhr // Einlass: 19:00 Uhr
Samstag, den 15.09.2018 // Beginn: 20:00 Uhr // Einlass: 19:00 Uhr
Donnerstag, den 20.09.2018 // Beginn: 20:00 Uhr // Einlass: 19:00 Uhr
Freitag, den 21.09.2018 // Beginn: 20:00 Uhr // Einlass: 19:00 Uhr
Samstag, den 22.09.2018 // Beginn: 20:00 Uhr // Einlass: 19:00 Uhr

Pressestimmen

»[...] Den Text des Dramatikers und Dramaturgen Frühauf hat der Regisseur Wolpert als Gang durch eine Traumsequenz mit Schauspiel, Tanz, Video (Jan Schneider) und harter Techno-Musik (Jonny Be) umgesetzt. Entstanden ist so eine Art Drogentrip, bei dem die Grenzen zwischen Realität und Illusion zerfließen. [...] Auf einem solchen Trip befindet sich die Hauptfigur Kasper. Der Jugendliche – packend gespielt von Lara Haucke[...] Für diese Geschichte fanden Frühauf und Wolpert eindrückliche Bilder, die die Klubbesucher, selbst Teil der kritisierten Gesellschaft, auf sich zurückwerfen. Hier ist „Surreale Realität“ kein fadenloser Mix aus Philosophie, Trash und Schock, sondern durchaus ein Bild dieser Zeit, in der Sinn so schwer zu finden scheint und Fakten keine Rolle mehr spielen.« (Petra Mostbacher-Dix von der Stuttgarter Zeitung)

»[...] Eine klare Trennung zwischen Bühne und Auditorium gibt es nicht, David Braschler hat in eine Ecke ein altes Sofa gestellt, davor ein vollgemüllter Couchtisch, in die andere eine von milchigem Plexiglas abgetrennte Koje, dazwischen in der Mitte ein Podest, das mal als Dancefloor, mal als Boxring, mal als Laufsteg konnotiert wird. [...] Dass die starken Bilder oft das Stochern im Nebel illustrieren, liegt in der Natur des Sujets. Stimmig auch die Kostüme von Selina Lorenz. [...] Mischung aus Spielszenen, Kommentaren, Tanz und medialen Einspielern [...] Einerseits das entgrenzende Aufgehen im Kollektiv der Crowd, andererseits das Gefühl des Geworfen-Seins, der Einsamkeit und Verlorenheit in der Menge, diese Dialektik des Cluberlebnisses zwischen Euphorie und Melancholie jedenfalls wird in »Surreale Realität« außerordentlich zum Ausdruck gebracht.« (Harry Schmidt von der Ludwigsburger Kreiszeitung)

© KD Busch