Charlie Manello und der Delfinmann

Musikalische Performance mit Friedrich Liechtenstein, Charlie Manello
und der Tarantist-Allstar-Band
Konzept: Tobias Frühauf, Philipp Wolpert

 

Acht Künstler und ein Live-Experiment. Als Delfinmann strandet Friedrich Liechtenstein im Mobilat Heilbronn und trifft auf den latenten Lyriker Charlie Manello und eine zusammengewürfelte Band aus Tagelöhnern. Eine einzigartige Konzertnacht mit Bezügen zu John C. Lilly, seinen Delfinexperimenten und der Psychedelic Era.

Flipper ist nicht tot. An alle da draußen, ich weiß es jetzt. Ich hab hier jetzt so ein Bündel Beweisfotos und vervielfältige den Scheiß für euer Gewissen. Aber am besten fange ich von vorne an. Flipper lebt. Flipper heißt Peter. Also Peter ist Flipper. Und Flipper ist ein Delfin. Also ist Peter der Delfin. 
Peter kennen die meisten von euch als diesen Flipper, in dieser animalischen Bergdoktorromanze aus den 60er Jahren. Unser tierischer Freund, Retter in der Not.
Manello kehrt zurück, wenn es gelingt, 2048 Shirts über den Online-Shop zu veräußern, den ein Freelancer verdeckt betreibt. Dann hat die Aktion #PETERFREEFLIPPER Erfolg und der finanzielle Ertrag übersteigt den eines Staatsmannes dann doch sehr. Die freie Marktwirtschaft eben. Genug Geld um im Exil etwas Literatur zu zaubern. Ihr habt die Wahl. Das theatrale Panoptikum zeigt die Wahrheit auf.

Die Performance wurde am 25. Mai 2019 im Rahmen des Theaterlabors Stilbruch (Mobilat) in Heilbronn veranstaltet.


Ein Science-Fiction-Drama

von Tobias Frühauf

Willkommen im Jahr 2048. Science-Fiction wird zur Science-Reality!

Theater transformiert zum B-Movie und Grenzgang zwischen Performance, Musik, bildender Kunst, Wissenschaft und Film.

Charlie Manello, verkappter Journalist und selbsternannter Schriftsteller, leidet unter einer Schreibblockade. Zu seiner Zerstreuung surft er schlaflos im Netz und findet sich kurzerhand hinter dem Flimmerkasten seines Bildschirms wieder. Dort überkommt ihn die Vision vom Ende der Welt. Als einziger Ausweg erscheinen ihm die Wissenschaft und der technische Fortschritt. Er macht sich auf die Suche nach dem Gral des Lebens und stattet den Heilsbringern der Forschung seinen Besuch ab.



Künstliche Intelligenz, die neue Gen-Revolution durch das CRISPER-CAS9 Verfahren, die erste Marsbesiedelung, Kybernetik, prähistorischer Klonhype und das eidetische Weltbild, welches der Protagonist kreiert, kollidieren in einem fiktiven Endzeitszenario. Alles gerät außer Kontrolle. Ein loses, assoziatives Gedankenspiel und eine meditative Bewusstseinserweiterung. Ein psychadelischer Trip. Es braucht das Lying-Eigth-Movement um den Dingen auf den Grund zu gehen. Schließt euch dieser Bewegung an und beginnt zu sehen.


Die Premiere der Werkstattinszenierung war am 16. Mai 2019 im Theaterlabor Stilbruch (Mobilat) in Heilbronn.

Regie:
Philipp Wolpert
Text und Dramaturgie:
Tobias Frühauf
Musik: NisiMasa (Paul-Louis Schopf)
Ausstattung: Tobias Frühauf, Philipp Wolpert, Anke Borchardt-Klimm, Moritz Vachenauer
Licht und Ton: Patrick Trautermann

Mit
Paul-Louis Schopf, Lara Haucke, Andreas Posthoff




UBU. Ein fragmentärer Zyklus der modernen pataphysischen Forschung - Eine Trapoper

von Tobias Frühauf

Ubu heißt der neue Mann, der neue Führer auf dem Thron. Ubu ist infantil und feige, sein Lebensinhalt besteht aus Völlerei und Kapital.  Als die Gesellschaft zunehmend unter den Launen, Barbareien und Genoziden leidet, entflammt der atomare Exitus.
Doch wer ist dieser Ubu? Was haben wir mit ihm zu tun? Rein in den Klub und nehmt Teil an den Gelagen und Exzessen der Obrigkeit. Verliert euch im schwarz-weißen Strudel der Galaxie und rettet die Welt.  In Zeiten von Populismus, Globalisierung, Orientierungslosigkeit und politischen Spannungsverhältnissen ist Ubu brandaktuell. Das Drama »König Ubu« von Alfred Jarry ist ein Meilenstein der Theaterhistorie und markiert die Geburtsstunde des absurden Theaters. Das 1896 uraufgeführte Drama löste seinerzeit handfeste Tumulte in den Zuschauerrängen aus. Die Dadaisten entdeckten, das in Vergessenheit geratene Relikt, zwanzig Jahre später und würdigten die Pionierleistung, die     erstmals mit den festgefahrenen Strukturen der Kunst brach. Eine Persiflage auf die großen Dramen Shakespeares, die zugleich aus inszenatorischer und theaterästhetischer Sichtweise einen Neuanfang barg. Dramatiker Tobias Frühauf hat die Figur Ubu zum Ausgangspunkt seines Textes gemacht. Die Inszenierung wird erstmalig den Stoff als zeitgenössische Hip-Hop-Oper aufbereiten. Das Hip-Hop Subgenre Trap polarisiert derzeit die Musikszene und spaltet die Gemüter. Während Kunstrezensenten, das junge Musikgenre als Neo-Dada und Spiegel unserer Gesellschaft preisen, sehen andere darin lediglich einen niveaulosen Trend mit geringer Halbwertszeit. Fest steht, Trap rückt zunehmend und unaufhaltsam in den Fokus unserer  Gesellschaft und bildet das Pendant zum hedonistischen Streben einer jungen Generation, die lieber im Moment verharrt, als Verantwortung zu übernehmen. Ein Experiment und ein weltweit neuartiges Format. Erzählt wird die Geschichte des wahnsinnigen Despoten in einem Malstrom aus Rap, Trap, gesprochenem Wort, Performance, Tanz, Bild- und Lichttechnik. Die Inszenierung übersetzt Jarrys »théâtre-action«  und  Artauds »Theater der Grausamkeit« in die Neuzeit. Ubu vereint Theater, Hip-Hop, Trash, Gesellschafts- und Menschenkritik, Nonsens und paradoxe Kontroversen in einem intensiven Cluberlebnis. 

Die Premiere der Werkstattinszenierung war am 25.10.2018 im Mobilat Heiilbronn, Baden-Württemberg.

Regie: Philipp Wolpert
Text und Dramaturgie:
Tobias Frühauf
Beats: Dexter; Visun
Bühne und Kostüme: Tobias Frühauf; Philipp Wolpert
Licht und Ton: Twinsisters (Stefan Belz, Stefan Zwanzer, Julian Braun)
Regieassistenz: Fabian Fox

Mit
Juicy Gay, Dennis Da Mennace, Sasa Stubbs, Thea Rasche, Andreas Posthoff, Raik Singer, Leah Wewoda, Alexander Ilic, Michel Schulze (Drums) und Gunnar Schwarm (Performer)


Surreale Realität - Ein Klubstück (Technotheater)

von Tobias Frühauf

»Die Freude an einer Magnolienblüte währt nur kurz, ein Wimpernschlag im Antlitz der Ewigkeit.«

Du bist im Klub, kannst tanzen, kannst tun und lassen was du willst. Ein Ort des Hedonismus und der Melancholie. Ein normaler Jugendlicher ist dort, Kasper heißt er. Dieser weiß, wer er ist, was er will, wo er steht – weiß er es wirklich? Kasper wird von Gott auf die Probe gestellt. Den alten Niemand, an den niemand glaubt. - Irgendwann werden alle Menschen auf die Probe gestellt. Die Unruhe und innere Leere treibt Kasper vor die Tür seines alten Freundes Silas, den Weltenmittler, Heimdal, der kosmische Substanzen im Bauchbeutel trägt. Beide konsumieren Drogen und stürzen sich ins Nachtleben.
Stroboskope blitzen auf, kreieren Träume, ein Kabinett der Illusionen, in dem sich der Protagonist verliert. 
Die Grenze zwischen Realität und Illusion ist fließend. Was ist Spiel? Ist alles nur Traum? Kasper verliert Silas unter den Tanzwütigen und driftet in einen Ort der Fäulnis, Gottes letztes Domizil, die Lethe. Gott ist krank, gleich einem Parasiten, einem Mikropilz, ist er von der Muttersubstanz befallen: der menschliche Größenwahn, die kollektive, nihilistische Vernichtungstat, der Commercial Highway im Kopf eines jeden Einzelnen, der ohne Rücksicht unseren Planeten zugrunde richtet. Die Muttersubstanz verschlingt den alten Niemand und Kasper. Kasper erkennt das Antlitz des Menschen. Er erkennt die Obszönität und entschließt sich diesem Weg zu folgen. Es bleibt ein Prinzip am Ende. Der Nihilismus. Kasper mordet, vergewaltigt und richtet sich selbst zu Grunde. Starke Bilder. Schauspiel. Musik. Tanz. Video. Performance. Ein Sammelsurium aus obskuren und schrägen Gestalten. Ein Grenzgang zwischen Metaphysik, Trash, Techno und Gesellschaftskritik. Eine phantastische Erzählung im realen Raum.

Die Premiere der Werkstattinszenierung war am 31.08.2018 im ehemaligen Klub Zollamt auf der Kulturinsel in Stuttgart, Baden-Württemberg.

Regie: Philipp Wolpert
Dramaturgie:
Tobias Frühauf
Musik: Jonny Be
Video: Jan Schneider
Technik: Samuel Busch
Bühnenbild: Samuel Busch, David Braschler
Kostüme und Maske: Selina Lorenz
Regieassistenz: Magdalena Kolar

Mit Lara Haucke, David Braschler, Raik Singer, Fabian Egli, Alexander Ilic, Judith Kieninger, Anne Penkert, Chiara Rilling, Selina Lorenz, Laura Vanessa Galeano

Pressestimmen

»[...] Den Text des Dramatikers und Dramaturgen Frühauf hat der Regisseur Wolpert als Gang durch eine Traumsequenz mit Schauspiel, Tanz, Video (Jan Schneider) und harter Techno-Musik (Jonny Be) umgesetzt. Entstanden ist so eine Art Drogentrip, bei dem die Grenzen zwischen Realität und Illusion zerfließen. [...] Auf einem solchen Trip befindet sich die Hauptfigur Kasper. Der Jugendliche – packend gespielt von Lara Haucke[...] Für diese Geschichte fanden Frühauf und Wolpert eindrückliche Bilder, die die Klubbesucher, selbst Teil der kritisierten Gesellschaft, auf sich zurückwerfen. Hier ist „Surreale Realität“ kein fadenloser Mix aus Philosophie, Trash und Schock, sondern durchaus ein Bild dieser Zeit, in der Sinn so schwer zu finden scheint und Fakten keine Rolle mehr spielen.« (Petra Mostbacher-Dix von der Stuttgarter Zeitung)

»[...] Eine klare Trennung zwischen Bühne und Auditorium gibt es nicht, David Braschler hat in eine Ecke ein altes Sofa gestellt, davor ein vollgemüllter Couchtisch, in die andere eine von milchigem Plexiglas abgetrennte Koje, dazwischen in der Mitte ein Podest, das mal als Dancefloor, mal als Boxring, mal als Laufsteg konnotiert wird. [...] Dass die starken Bilder oft das Stochern im Nebel illustrieren, liegt in der Natur des Sujets. Stimmig auch die Kostüme von Selina Lorenz. [...] Mischung aus Spielszenen, Kommentaren, Tanz und medialen Einspielern [...] Einerseits das entgrenzende Aufgehen im Kollektiv der Crowd, andererseits das Gefühl des Geworfen-Seins, der Einsamkeit und Verlorenheit in der Menge, diese Dialektik des Cluberlebnisses zwischen Euphorie und Melancholie jedenfalls wird in »Surreale Realität« außerordentlich zum Ausdruck gebracht.« (Harry Schmidt von der Ludwigsburger Kreiszeitung)




Vergessen - literarische Lethe

von Tobias Frühauf

Kasimir Kranz lebt für die Literatur seiner Zeit und träumt davon Verleger zu werden. Er bricht mit seinem konservativen Elternhaus in der Provinz und begibt sich in das sündhafte Berlin. Im turbulenten Treiben der Stadt, trifft er auf schillernde Persönlichkeiten, die seinen Weg kreuzen. Der Verwirklichung seiner Leidenschaft steht nichts mehr im Wege.
Doch dann kommt der 1. Weltkrieg und Kasimir muss an der Ostfront Kriegsdienst leisten. Von nun an ist er Vagabund und zieht in einem literarischen Roadtrip durch Europa.
Als er wieder in seinem geliebten Berlin strandet, wird er mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten konfrontiert. Kranz verglüht, die ewige Kuckucksuhr schlägt, der Bogen zur Gegenwart spannt sich. Das Stück schildert das Schaffen des fiktiven Verlegers Kasimir Kranz um die Jahre 1910 bis 1933. Hierbei wird insbesondere die Beziehung des Verlegers zu Literaten thematisiert, die heute weitestgehend in Vergessenheit geraten sind und deren Werke man in einem heutigen Verlagsprogramm vergeblich sucht. Schriftsteller, deren kritische Stimme in den Köpfen der Menschheit erloschen ist und deren Wort in hermetisch abgeschirmten Archiven vergilbt.

Kranz stellt die schillernden Persönlichkeiten der frühen Moderne mitsamt ihren Schrullen anhand geeigneter Lyrik und Prosa aus deren OEuvre vor. Eine spannende Reise durch turbulente Zeiten, Parallelen zur Gegenwart und die Frage, ob sich Geschichte wiederholen kann? Ernst Toller, Ferdinand Hardekopf, Jakob van Hoddis, Else Lasker-Schüler, Emmy Hennings, Reinhard Goering, Hugo Ball und viele andere kommen zu Wort.

Regie: Philipp Wolpert
Buch und Dramaturgie:
Tobias Frühauf
Musik:
Michael Wist (The Visionears)
Ausstattung:
Felix und Manuel Seiter
Regieassistenz:
Barbara Esslinger, Magdalena Kolar
Licht:
Samuel Busch, Manuel Heinsich

Mit Andreas Posthoff


Vergessen - literarische Lethe (Klassenzimmerstück)

von Tobias Frühauf

»Eine interaktive Deutschstunde, eine fiktive Lebensgeschichte, eine Retrospektive,  ein Blick auf  Gegenwärtiges. Die Zukunft?«

Das Stück schildert das Schaffen des fiktiven Verlegers Kasimir Kranz um die Jahre 1910 bis 1933 und beinhaltet kontemporäre Verweise zu den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Kranz berichtet von seinem Werdegang, von seinem anfänglichen Eifer, dem Brennen, dem Aufopfern für die Passion und Selbstverwirklichung, bis hin zum Verglühen im gleichgeschalteten Nazi-Deutschland.

Hierbei wird insbesondere die Beziehung des Verlegers zu Literaten thematisiert, die heute weitestgehend in Vergessenheit geraten sind und deren Werke man in einem heutigen Verlagsprogramm vergeblich sucht. Schriftsteller, deren kritische Stimme in den Köpfen der Menschheit erloschen ist und deren Wort in hermetisch abgeschirmten Archiven vergilbt. Kranz stellt die schillernden Persönlichkeiten der frühen Moderne mitsamt ihren Schrullen anhand geeigneter Lyrik und Prosa aus deren OEuvre vor.

Um den zeitlichen Kontext zu wahren, werden die Biographien der Künstler mit realen historischen Vorgängen und einschneidenden Ereignissen der damaligen Zeit in Szene gesetzt. Das Augenmerk liegt vor allem auf den avantgardistischen Strömungen, wie Expressionismus und Dadaismus, mit ihren Künstlern wie Carl Einstein, Ferdinand Hardekopf, Reinhard Goering, Ernst Toller, Else Lasker-Schüler, Hugo Ball, Emmy Hennings, Gottfried Benn, Georg Trakl und viele mehr, die im schulischen Lehrplan leider meist nicht mehr ausreichend gewürdigt und nur oberflächlich behandelt werden können.

Die Interaktion mit dem Publikum, die musikalische Untermalung mit Chansons und Instrumentalkompositionen und eine offene Diskussionsrunde garantieren eine Zeitreise und abwechslungsreiche Deutschstunde, der etwas anderen Art.

Die Erstaufführung war am 09.10.2017 am Herzog-Christoph-Gymnasium in Beilstein, Baden-Württemberg.

Inszenierung: Philipp Wolpert
Dramaturgie:
Tobias Frühauf
Ausstattung:
Felix Seiter, Manuel Seiter
Musik:
Michael Wist (Visun)
Regieassistenz: Magdalena Kolar

Mit Andreas Posthoff

Pressestimmen

»Das neueste Theaterstück von Tobias Frühauf und Philipp Wolpert ist ein nachhaltig wirksames Plädoyer. Keiner, der das Stück gesehen hat, dürfte nämlich danach weiterhandeln wie bisher. [...] Das Stück ist ein fulminanter Aufruf, das Gehirn einzuschalten und eigenverantwortlich zu handeln. Die Quintessenz des Theaterstücks, das freilich hervorragend geeignet ist, Literatur- und Wissenslücken auf mitreißende Weise zu füllen, heißt wachsam sein. [...] Für Posthoff ist Kasimir Kranz eine Paraderolle.« (Marbacher Zeitung)

»[...] präzise, pointiert und eindrucksvoll spielt Andreas Posthoff den Verleger – auch für ihn scheinen die Texte brandaktuell und von großer Bedeutung zu sein. Die musikalische Untermalung des Berliner DJ Michael Wist trifft mit Hip-Hop und Instrumentalkompositionen die passenden Töne zur Literatur. Die Schüler sind begeistert und zollen in der anschließenden Fragerunde großen Respekt vor der schauspielerischen Leistung.« (Pressestelle Kolping Bildungszentrum Heilbronn)

»[...] eine Deutschstunde der etwas anderen Art aus bewegten Zeiten. Der Schauspieler Andreas Posthoff schlüpft in die Rolle des erfundenen Verlegers und macht so vor allem auch geschichtliche Zusammenhänge klar. [...] Alte Texte mit einer neuen Ästhetik [...] kurzweilig oder auch berührend ist diese Collage [...] und dann läuft es einem eiskalt den Rücken runter, wenn man vernimmt, was Ernst Toller einer »Jugend in Deutschland« schon vor einhundert Jahren zu sagen hatte [...] .« (SWR4 Studio Heilbronn)

»Wo ist die Jugend Europas? [...] Eine Deutsch- und Geschichtsstunde ganz besonderer Art. [...] Der Schauspieler zog mit Präsenz und intensiven Spiel die Schüler in den Bann des Stückes [...] Gegen Schluss wurden auch immer deutlicher Parallelen zur Gegenwart angesprochen. Ausgrenzung, Kriegsbereitschaft und Opportunismus [...] Atemlose Stille, dann starker Applaus der Jugendlichen. In der Diskussion wurde deutlich, dass die Schüler sich von dem Appell an ihre kritische Wachheit durchaus angesprochen fühlten - Lernziel voll erreicht.« (Main Echo)

»In 70 Minuten führt Kranz [...]  durch die Jahre 1910 bis 1933. Auf seinem Weg begegnet er den großen Schriftstellern dieser Zeit und geht sogar mit ihnen auf Reisen. [...]  Mit ihrem Stück wollen die Beiden vor allem eines: Junge Menschen animieren. »Werdet aktiv, denn nichts tun ist einfach. Setzt eure Visionen um  [...] « Ihr Weg zum Ziel: Experimentelles wagen.« (Main Post)

»Rauchschwaden wabern durch die Luft, die arme menschliche Kreatur findet sich im Auge des Sturms wieder, mitten auf dem Schlachtfeld des Ersten Weltkriegs, statt daheim im geliebten Berlin unter dem Weihnachtsbaum. Das Entsetzen im Gesicht des patriotisch Verblendeten ist greifbar, während rundherum die Bomben fliegen. „Stille Nacht, heilige Nacht“, krakelt Kasimir Kranz (Andreas Posthoff), sein Gesicht im Strahl der Taschenlampe ist verzerrt wie im Todeswahn, während aus dem Hintergrund nervös und bedrohlich die Elektro-Beats dröhnen.  [...] Andreas Posthoff ist für das Ein-Mann-Stück „Vergessen – literarische Lethe“, das Tobias Frühauf geschrieben und Philipp Wolpert inszeniert hat, ein absoluter Glücksfall: authentisch, unbequem, pendelnd zwischen freundlichem Erzählonkel und wildem Dämon. [...] Auf der Bühne braucht es nicht mehr als einen Koffer, einen Schreibtisch, einen umgedrehten Stuhl und ein Steckenpferd, dem er sanft über den Kopf streichelt. Viele Seiten Papier liegen wild herum. Der fiktive Verleger dient als Vehikel, um entlang seiner Biografie eine Zeitreise durch die frühe Moderne mit all ihren avantgardistischen Strömungen zu machen. Ein Parforce-Ritt durch die Jahre 1910 bis 1933, ein Kaleidoskop der historischen Schlaglichter – als eine kraftvolle Meditation über das Menschsein an sich. [...] Mit einem Charakterdarsteller wie Andreas Posthoff ist ein solcher Abend zwangsläufig ein Volltreffer.« (Johannes Koch von der Ludwigsburger Kreiszeitung)



Traktat zum Bienensterben

Ein Dramolett von Tobias Frühauf

Der Beitrag von TACHELES & TARANTISMUS zum bundesweiten Festtag der Offenen Gesellschaft am Schauspiel Stuttgart, das gemeinsam mit dem Citizen.KANE.Kollektiv die Veranstaltung iniitiert hat.

Goldstaub, eine speckige Sonne strahlt, Schwadronen des Arbeitervolks folgen dem Klang einer Melodie - Bienen.
Welchen Nutzen erfüllen diese Insekten für Mutter Erde? Liefern sie uns lediglich den Honig auf das Butterbrot?
Lassen sich die Gesellschaftsmodelle der Immen auf das menschliche Zusammenleben übertragen?
War Marx ein Entomologe?

In einer Aneinanderreihug obskurer Bilder werden Impulse zum Nachdenken gegeben, neue Philosophien aus dem Erdboden gestampft und Utopien in unserer dystopischen Welt realisiert.

Inszenierung: Philipp Wolpert
Dramaturgie: Tobias Frühauf
Musik: Luca Prechtl

Mit Leah Wewoda, Thomas Feyerabend, Gunnar Schwarm, Jan Schneider und Luca Prechtl (Live-Musik; Reeds & Pipes)

17. Juni 2017 | 17:00 Uhr | Treffpunkt Schauspiel Stuttgart