Marbacher Theaterfestspiele #1

 

Durch Schillers Geburt hat Marbach eine historische und kulturelle Bedeutung. Zwei junge Theatermacher, ein Kulturverein und eine Vision. Mit Tobias Frühauf und Philipp Wolpert konnte der Veranstalter zwei Newcomer der Theaterszene engagieren, die als Deutschlands jüngste Intendanten ihr Debüt in dieser Funktion feiern. Für vier Wochen, vom 28. Juni bis zum 22. Juli 2018, weht Festspielflair durch die Straßen Marbachs. Die Veranstaltungen finden im Herzen der historischen Altstadt auf dem malerischen Burgplatz als Open-Air-Theater und nur wenige Schritte entfernt im historischen Schlosskeller statt. Neben internationalen professionellen Schauspielern, die für diese Zeit engagiert sind, erhalten Newcomer eine Plattform. Auf künstlerisch hohem Niveau wird die Spielzeit ein vielseitiges Programm bieten, dessen Spektrum vom zeitgenössischen Experimentaltheater bis hin zum Vaudeville-Chansonabend reicht.



Emilia Galotti (Uraufführung)
Eine Menschenstudie nach Motiven von Gotthold Ephraim Lessing
von Tobias Frühauf

Wirtschaftliche Rezession. Ein vergessener Kleinstaat im Nirgendwo, der die besten Zeiten längst hinter sich gelassen hat. Oberhaupt Senator Hettore Gonzaga begehrt die bürgerliche Emilia aus dem Hause Galotti. Mithilfe seines korrupten Finanziers Marinelli schmiedet er ein Komplott, um das Herz der Angebeteten zu gewinnen. Doch Marinelli verfolgt eigene Pläne und nutzt Gonzagas Liebeswahn für seine intriganten Machenschaften. Der Klassiker der Aufklärung erhält einen neuen Anstrich und präsentiert sich als groteskes Schauspiel, in dessen Fokus kontemporäre Themenkomplexe wie Lobbyismus, Staatswillkür und die Privatisierung des Einzelnen stehen.
Doch wie positioniert sich eine Emilia in dieser Umwelt, die in einer fremdgesteuerten Tragödie der Leidenschaften Einblicke in ein kaputtes System erhält?

Regie: Philipp Wolpert
Buch und Dramaturgie:
Tobias Frühauf
Bühnenbild und Malerei:
Felix und Manuel Seiter
Kostüme:
Sonja Kuttruf, Tobias Frühauf, Philipp Wolpert
Licht:
Patrick Fischer, Manuel Heinisch, Samuel Busch
Maske:
Anja Reiber
Regieassistenz:
Magdalena Kolar

Mit Leah Wewoda, Fabian Egli, Gunnar Schwarm, Katrin Bayer, Raik Singer, Rebekka Wurst, Jan Schneider, Uwe Petruschka, Thomas Feyerabend und Lara Totsche


Der Kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry
Kinder- und Familienstück, übersetzt und dramatisiert von Leah Wewoda

Erzählt wird die Geschichte des kleinen Prinzen, der vor seiner großen Liebe, einer Rose, flüchtet. Daraufhin strandet er auf einem fremden Planeten – der Erde. Dort erkundet er seine Umwelt, stets offen, wach und neugierig, und begegnet verschiedenen Charakteren aus Menschen- und Tierwelt. Die Inszenierung zeigt, dass jede Begegnung eine Erfahrung ist, die es wert ist, gemacht zu werden und dass es sich lohnt, einander offen und offenherzig zu begegnen. Im Zusammenspiel aus einer starken Bildsprache, Musik und Worten, begleiten Zuschauer aller Altersstufen - Kinder wie Erwachsene - die Erlebnisse des kleinen Prinzen mit dem neugierigen Blick für das Kleine.

Regie und Choreografie: Leah Wewoda
Dramaturgie:
Tobias Frühauf
Bühnenbild:
Felix und Manuel Seiter
Kostüme:
Sonja Kuttruf
Maske:
Anja Reiber
Regieassistenz:
Magdalena Kolar

Mit Tamara Theisen, Rebekka Wurst, Raik Singer und Fabian Egli


Vergessen - literarische Lethe
Eine literarische Zeitreise durch die frühe Moderne

von Tobias Frühauf

Das Stück schildert das Schaffen des fiktiven Verlegers Kasimir Kranz um die Jahre 1910 bis 1933. Kranz berichtet von seinem Werdegang, von seinem anfänglichen Brennen für seine Passion und Selbstverwirklichung bis hin zum Verglühen im gleichgeschalteten Nazi-Deutschland. Insbesondere wird die Beziehung des Verlegers zu Literaten thematisiert, die heute weitestgehend in Vergessenheit geraten sind. Kranz stellt die schillernden Persönlichkeiten der frühen Moderne mitsamt ihren Schrullen anhand geeigneter Lyrik, Prosa etc. aus deren OEuvre vor. Um den zeitlichen Kontext zu wahren, werden die Biographien der Künstler mit einschneidenden Ereignissen der damaligen Zeit in Szene gesetzt. Das Augenmerk liegt vor allem auf den avantgardistischen Strömungen wie Expressionismus und Dadaismus.

Regie: Philipp Wolpert
Buch und Dramaturgie:
Tobias Frühauf
Musik:
Michael Wist (The Visionears)
Ausstattung:
Felix und Manuel Seiter
Regieassistenz:
Barbara Esslinger, Magdalena Kolar
Licht:
Samuel Busch, Manuel Heinsich

Mit Andreas Posthoff

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Schachnovelle

von Stefan Zweig, dramatisiert von Tobias Frühauf


1942 – der zweite Weltkrieg tobt und verwüstet die europäischen Gefilde.   Ein Passagierdampfer legt in New York ab und steuert Buenos Aires an.   Ein Treffpunkt vergessener europäischer Schicksale, die, in der neuen Welt, Frieden im Exil suchen. An Bord vertreiben sich distinguierende Herren ihre Zeit mit Schachpartien und fordern den amtierenden Weltmeister Mirko Czentovic heraus – Niederlage reiht sich an Niederlage. Ein mysteriöser, österreichischer Emigrant steht den dilettantischen Herausforderern zur Seite  und erkämpft ein Remis gegen Czentovic. Ein folgenreiches Spiel, das bei dem Österreicher Erinnerungen an die erlittene Isolationshaft   unter der Gestapo weckt. Ein Spiel, das psychische Abgründe offenbart und den geistigen Gesundheitszustand von Dr. B. ernsthaft gefährdet.

Stefan Zweigs »Schachnovelle« wird in einer modernen Inszenierung mit kontemporären   Bezügen zum Populismus und Fanatismus theatralisch umgesetzt und setzt sich mit den   desaströsen Folgen von Krieg auseinander. Hierbei werden insbesondere die Psychogramme der betroffenen Opfer beleuchtet. Ein Weltenbrand, dem man sich körperlich zwar entziehen   kann, doch die seelischen Belastungen sind allgegenwärtig und unmittelbar.

Die Inszenierung der »Schachnovelle« beruht auf einer Kooperation zwischen dem Kulturverein »Südlich vom Ochsen« und dem unabhängigen, experimentellen Theaterlabel  »Tacheles und Tarantismus«, das durch den Regisseur Philipp Wolpert und Dramatiker Tobias Frühauf die künstlerische Leitung übernimmt.

Inszenierung: Philipp Wolpert
Dramatisierung und Dramaturgie:
Tobias Frühauf
Bühnenbild:
Felix Seiter, Manuel Seiter
Musik:
Stephen Elzenbeck (Kompositionen), The Visionears (Beatproducer)
Videoregie:
Tobias Frühauf, Philipp Wolpert
Videoschnitt und Kamera:
Janek Dijkstra, Justin Rau
Regieassistenz: Magdalena Kolar

Mit Leah Wewoda, Thomas Feyerabend, Uwe Petruschka, Jan Schneider, Gunnar Schwarm, Fabian Egli (Sprecher) und Stephen Elzenbeck (Live-Musik)



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Die Spiegeltür

ein performativer Akt von Tobias Frühauf


Was passiert, wenn ich in den Spiegel blicke? Was sehe ich dort? Wie sehe ich mich in der Zukunft? Stehe ich alleine und wo stehen die Anderen? 

Wir alle sind Menschen, das haben wir gemeinsam. Doch welche Träume einen uns und was trennt uns voneinander?

Eine stille Nacht und ein schwarzer See liefern Anworten.

»Die Spiegeltür« bietet eine Auszeit vom Alltäglichen. Ein 15-minütiger Malstrom aus Schauspiel, Tanz und Musik ergründet philosophische Fragestellungen und die Themen der jungen Generation.

Das neue Theaterformat richtet sich an sämtliche Schüler der weiterführenden Schularten und wird direkt in der großen Pause gespielt.

Bei Interesse können Sie eine Aufführung kostenfrei unter team@tachelesundtarantismus.com an Ihrer Bildungseinrichtung buchen.

Die Erstaufführung ist am 04. Dezember 2017 am Herzog-Christoph-Gymnasium in Beilstein, Baden-Württemberg.

Inszenierung: Philipp Wolpert
Dramaturgie:
Tobias Frühauf
Musik:
The Visionears

Mit Soraya Flohr, Leonie Schwenk, Leah Wewoda

Illustrationen: Leonie Schwenk




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Traktat zum Bienensterben

Ein Dramolett von Tobias Frühauf


Der Beitrag von TACHELES & TARANTISMUS zum bundesweiten Festtag der Offenen Gesellschaft am Schauspiel Stuttgart, das gemeinsam mit dem Citizen.KANE.Kollektiv die Veranstaltung iniitiert hat.

Goldstaub, eine speckige Sonne strahlt, Schwadronen des Arbeitervolks folgen dem Klang einer Melodie - Bienen.
Welchen Nutzen erfüllen diese Insekten für Mutter Erde? Liefern sie uns lediglich den Honig auf das Butterbrot?
Lassen sich die Gesellschaftsmodelle der Immen auf das menschliche Zusammenleben übertragen?
War Marx ein Entomologe?

In einer Aneinanderreihug obskurer Bilder werden Impulse zum Nachdenken gegeben, neue Philosophien aus dem Erdboden gestampft und Utopien in unserer dystopischen Welt realisiert.

Inszenierung: Philipp Wolpert
Dramaturgie: Tobias Frühauf
Musik: Luca Prechtl

Mit Leah Wewoda, Thomas Feyerabend, Gunnar Schwarm, Jan Schneider und Luca Prechtl (Live-Musik; Reeds & Pipes)


17. Juni 2017 | 17:00 Uhr | Treffpunkt Schauspielhaus,
                      Schauspiel Stuttgart


Weitere Infos unter: https://www.schauspiel-stuttgart.de/spielplan/festtag-der-offenen-gesellschaft






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Ansichten des Kuno Kohn

Ein lyrisches Hörspiel in sieben Aufzügen 


»Der einzige Trost ist: traurig sein. Wenn die Traurigkeit in Verzweiflung ausartet, soll man grotesk werden. Man soll spaßeshalber weiter leben. Soll versuchen, in der Erkenntnis, dass das Dasein aus lauter brutalen, hundsgemeinen Scherzen besteht, Erhebung zu finden« ~ Kuno Kohn


Who the Fuck is Kuno Kohn? Ist dieser verdammte Kerl lediglich das alte Ego eines gewissen Alfred Lichtenstein oder wesentlich mehr?
Das Team von Tacheles und Tarantismus geht der Sache auf den Grund und bringt Licht ins Dunkel.
Wir begleiten Kuno Kohn durch das nächtliche Berlin. Exzesse, Absinth und Haschisch.
Wir vegetieren im Treibhaus. Wir teilen sexuelle Fantasien. Wir verlieren uns im Hedonismus eines verzweifelten Mannes. Wir erleben die Apokalypse, unsere Warnungen blieben ungehört. Der Atompilz. Mutierte Fliegen.

Eine lyrische Revue, die dem Phänomen Kuno Kohn nachgeht und dabei neben Alfred Lichtenstein, auch Hugo Ball, Tobias Frühauf, Christian Morgenstern, Paul Klee, Klabund und Ernst Stadler zu Wort kommen lässt.

Produzent: Grimson Sound
Konzeption:
Tobias Frühauf
Regie:
Philipp Wolpert

Mit Leonie Schwenk, Tobias Frühauf, Leah Wewoda und Philipp Wolpert


Auf Soundcloud zu hören unter: https://soundcloud.com/tachelesundtarantismus/sets/ansichten-des-kuno-kohn








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